Sommerfest des Heimatvereins

300 Jahre Rommerzer Schlösschen

Das alte Rommerzer Forsthaus besteht seit 300 Jahren. Aus diesem Anlass veranstalteten die Heimat- und Geschichtsfreunde Rommerz e.V. ein Sommerfest auf dem Anwesen des Rommerzer „Schlösschen“, welches sich seit vielen Jahren im Privatbesitz befindet.

Schlösschen

Von „Schlösschen“ war im Rommerzer Volksmund früher öfters die Rede, weil das Gebäude mit seiner Größe für die damaligen Verhältnisse ein sehr stattlicher Bau war. Der langjährige Rommerzer Pfarrer und Heimatforscher Erwin Sturm schließt daraus, dass die Rommerzer Forststelle – damals hatte diese den Status der Oberförsterei – im 18. Jahrhundert eine besondere Bedeutung gehabt haben muss. Hierfür spricht auch die Tatsache, dass diese Stelle laut dem Fürstlich Fuldischen Staats- und Standeskalender des Jahres 1796 von dem damals einzigen „Oberjäger“ des Hochfürstlichen Oberforst- und Jägermeisteramtes verwaltet wurde.

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen großen verkleideten Fachwerkbau mit rechteckigem Grundriss. Sehr markant sind die sieben Fensterachsen auf der Frontseite des Gebäudes. Das massive deutsche Walmdach weist auf die Bauzeit im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts hin, da später unter den Fuldaer Fürstäbten Dalberg und Buseck die fuldischen Forst- und Jägerhäuser meist ein Mansarddach erhielten, so Sturm in seinen Ausführungen. Fertiggestellt wurde das Gebäude im Jahr 1714 unter dem Fuldaer Fürstabt Adalbert von Schleifras. Vorher hatte sich an dieser Stelle eine herrschaftliche Schäferei befunden, wie historischen Quellen zu entnehmen ist.

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Bis heute hat das Rommerzer „Schlösschen“ zusammen mit den historischen Sandstein-Torpfosten und Mauerresten an der Auffahrt zu dem Anwesen ortsbildprägenden Charakter.

Anlässlich des Jubiläums dieses geschichtsträchtigen Gebäudes luden die „Heimat- und Geschichtsfreunde Rommerz“ zu einem Sommerfest auf dem großen Anwesen ein. Die Besucher hatten dabei exklusiv die Möglichkeit, das historische Gebäude in Teilbereichen auch von innen zu betrachten.

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Ein besonderes Highlight dabei war für viele sicherlich der beeindruckende Gewölbekeller unter dem Gebäude. Bei angenehm kühlen Temperaturen bot hier ein Mosel-Winzer die Möglichkeit zu einer Weinverköstigung in besonderer Atmosphäre. Aber auch im Erdgeschoss des Gebäudes konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen den historischen Charme des früheren Forsthauses genießen. Im großen Garten konnte man Leckeres vom Grill genießen. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Jagdhornbläsergruppe Flieden, der Gesangverein Harmonie sowie die Rommerzer Gruppe „Rhöner Urstoff“.

Der Heimatverein blickt auf ein tolles und gelungenes Fest zurück und bedankt sich ganz herzlich bei den Eigentümern des Anwesens, Klaus-Dieter und Ute Grosser, die dieses schöne Fest überhaupt erst ermöglich haben.

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