Classic meets Rock: Blasorchester-Konzert

Wenn Klassik und Rock sich im Orchester treffen

-Rommerz- Das Klischee abschütteln, ein Blasorchester sei nur für Schlagermusik und böhmische Polkas zu haben: dieses Ziel zu erreichen ist dem Rommerzer Orchester unter Leitung von Michael Klüh im letzten Konzert wieder einmal bestens gelungen.

Die leicht gewagte Idee, klassisches Liedgut mit rockigen und moderneren Stücken in einem Konzert zu vereinen, traf voll den Geschmack des Publikums. Dabei wurde die niveauvolle Leistung des über 40-köpfigen Orchesters durch starke Stimmgewalt, grandiose E-Gitarren-Einlagen sowie eine gelungene Licht- und Lasershow perfektioniert.

DSC_0001

Mit „Shine on you crazy Diamond“ von Pink Floyd gab es einen perfekten und professionell inszenierten Auftakt. Die E-Gitarristin Christina Schleicher und der Sänger Ulli Kern hatten hieran großen Anteil. Anschließend gab es den ersten klassischen Liedbeitrag des Abends zu hören: die „Carmina Burana“, eine anspruchsvolle Komposition von Carl Orff, welche auf einer im Kloster Benediktbeuern gefundenen Liedsammlung des 11. und 12. Jahrhunderts fußt und den Musikerinnen und Musikern hohes Niveau abverlangte.

Die nächsten zwei Beiträge führten zurück ins Rock-Pop-Genre und ins neuere Zeitalter. Auf den von Ulli Kern gesungenen R.E.M.-Hit „Losing my Religion“ folgte der gefühlvolle Song „Wings“ von Birdy, welcher von Lisa Fischer gesungen wurde. Als nächsten Klassik-Beitrag gab es mit „Bilder einer Ausstellung“ eine der größten russischen Kompositionen zu hören.

„Police on Stage“ – unter diesem Titel rockte das Orchester im nächsten Programmpunkt die Bühne. Hier konnte das Publikum ein perfekt dargebotenes Medley mit den bekanntesten Stücken dieser britischen Band erleben. Mit der klassischen „Sinfonie Nr. 9“ von Antonin Dvorak, welche mit einem grandiosen Finale endete, fand der erste Teil des Konzertes seinen Abschluss.

Handy-Aufnahme

Nach der Pause hatten das Orchester sowie Sänger Ulli Kern die Zuhörer mit der Rocknummer „Sledgehammer“ von Peter Gabriel schnell wieder auf ihrer Seite. Als nächsten Klassik-Beitrag gab es anschließend die „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg und damit eine der bekanntesten klassischen Melodien überhaupt zu hören. Hierbei waren die Querflöten und Klarinetten besonders gefordert.

Weiter ging es mit zwei weltbekannten Rock-Klassikern: nahezu perfekt inszenierte das Orchester Pink Floyds „Another Brick in the Wall“. Nach einem Spannung aufbauenden Intro vereinten sich die Orchesterklänge, der E-Gitarren-Sound und die Stimmpower von Ulli Kern zu einem der Rock-Highlights dieses Abends. Auch die Scorpions-Rockballade „Wind of Change“ sorgte für große Begeisterung im Publikum. Das für dieses Stück markante Pfeifen wurde durch gekonnt gespielte Trompetensolos ersetzt, während Lisa-Jane Klug zusammen mit Katharina Neidhardt und Helmut Oestreich den gesanglichen Part übernahm.

DSC_0017 DSC_0050

Mit „Jonathan Livingston Seagull“ – dem Soundtrack von Neil Diamond zum verfilmten Roman über die Möwe Jonathan – folgte schließlich der letzte klassische Beitrag des Abends, welcher sehr abwechslungsreiche Melodien zu bieten hatte. Der darauffolgende Eagles-Song „Hotel California“ schaffte es, zu einem weiteren Höhepunkt des Konzertes zu werden. Hieran hatten neben dem Orchester abermals E-Gitarristin Christina Schleicher, Sänger Ulli Kern, sowie Lisa Fischer und Helmut Oestreich (Konzertgitarre und Gesang) großen Anteil. Dieses Gesangstrio wurde für das nächste Stück „Sweet Home Alabama“ noch um Lisa-Jane Klug zu einem tollen Quartett erweitert.

Nach dem offiziell letzten Programmpunkt – „Proud Mary“ von der Creedence Clearwater Revival Band – gab sich das Publikum aber noch nicht zufrieden, sondern entlockte dem Orchester unter großem Beifall und Standing-Ovations noch mehrere Zugaben. So kamen die Zuhörer noch in den Genuss der Rocknummern „Rockin‘ all over the World“, „We will rock you“ und „We are the Champions“. Außerdem gab es noch ein zweites Mal „Hotel California“ zu hören, welches zum einen beim Publikum voll eingeschlagen und sich zum anderen als ein Lieblingslied des Dirigenten entpuppt hatte.

classic-meets-rock

Dieser Beitrag wurde unter Blasorchester veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *